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Ausgefallenes "Neujahrskonzert" begeisterte als "Frühlingskonzert"

Auch das mittlerweile schon 17. Neujahrskonzert, welches das Volkstümliche Blasorchester des MTV Bornhausen am Sonnabend, 08.04.2017, im großen Saal des Seesener Hotels "Wilhelmsbad" - trotz einer krankheitsbedingten elfwöchigen Verspätung daher quasi als "Frühlingskonzert" - präsentierte, ließ wieder keine Wünsche offen. Ein abwechslungsreiches Programm hatte das Orchester angekündigt und das Versprechen eingehalten, denn rund drei Stunden lang verstanden es die 21 Musiker und acht Musikerinnen unter der Leitung von Dirigent Ulrich Finster, einen musikalischen Bogen zu spannen, der für jeden Geschmack etwas dabei hatte. Wer denn eine der Karten ergattert hatte, genoss es im fast bis auf den letz-ten Platz besetzten Saal, den Klängen des renommierten Klangkörpers zu lauschen, im Takt mit zu klatschen oder auch mitzusingen. Am Schluss der Veranstaltung gab es stehende Ovationen und alle waren sich einig - so sollte, wenn auch etwas verspätet, ein musikalisches Jahr beginnen.
Das Orchester sorgte auch sogleich mit "Die Sonne geht auf", einem Konzertmarsch der "Extraklasse" von Rudi Fischer, für einen stimmgewaltigen Auftakt. Hier konnten sich alle Register denn schon einmal profilieren und stimmten so das erwartungsvolle Publikum auf einen schönen musikalischen Abend ein. Dann griff "Kult-Moderator" Otto Brodthage zum Mikrofon. Er begrüßte die Gäste, darunter besonders den Vorstand des MTV Bornhausen, führte informativ in die kommenden Stücke ein und sorgte mit seinen unterhaltsamen Anekdoten und Witzen immer wieder für beste Laune unter den Besuchern.
Der musikalische Bogen war weit gespannt. Fast neun Minuten lang ging es dann mit einem "Besuch bei Offenbach" weiter, einer Fantasie aus Werken des in Köln geborenen und in Paris gestorbenen Jacques Offenbach, die Gustav Lotterer zusammengestellt hat. Zu hören waren Kompositionen aus "Orpheus in der Unterwelt", aus "Hoffmanns Erzählungen", dem "Pariser Leben" und zum Schluss fehlte selbstverständlich auch nicht der berühmte "Can Can" dieses Potpourris. Mit dem Marsch "St. Louis-Blues", der durch die Interpretationen von Louis Armstrong oder Glenn Miller auch als Pop-Song Erfolg hatte, begab sich das Orchester dann über den großen Teich nach Amerika. Musikalisch weiter ging es in Amerika mit dem Medley "Frank Sinatra in Concert". Zu hören waren unter anderem seine international erfolgreichen Hits wie "Cheek to Cheek", "Summerwind" oder "Strangers in the Night" und "New York, New York".
Anschließend hatte Dieter Hansch bei seinem Trompetensolo mit "Memory", dem wohl bekanntesten Song aus dem Musical "Cats" von Andrew Lloyd Webber, seinen großen Auftritt. Spätestens nach diesem Stück waren die Zuschauer in bester Stimmung und guter Laune, das merkte man am ausgelassenen Beifall. Ein Medley "Swing mit Peter Kreuder" war anschließend angesagt. Der deutsch-österreichische Komponist hat die Musik zu über 180 Filmen geschrieben, von denen in diesem Potpourri das Orchester seine Zuhörer mit "Ich wollt ich wär ein Huhn", "Im Leben geht alles vorüber" aber auch "In einer Nacht im Mai" begeisterte. Kurz vor der Pause brachte das Orchester sein Publikum mit der beschwingten Polka "In der Weinschänke" von Robert Payer noch einmal so richtig in Schwung. Mit einem Marsch war das Konzert eröffnet worden und mit dem schwungvollen amerikanischen Marsch "National Emblem" von E.C. Bagley ging es in die verdiente Pause.
Der Marsch "Folies Bergère" von Paul Lincke war der Auftakt zu einem überaus beschwingten zweiten Teil. Nach den schottischen Volksweisen "Highland Songs" von Kurt Sorbon, imponierte Janet Müller bei ihrem Klarinetten-Solo mit dem Stück "Petite Fleur". Die Zuhörer waren begeistert und geizten nicht mit verdientem Beifall. Den gab es anschließend auch für "African Symphony", einer Harmonie-Fanfare von Naohiro Iwai, aber auch für den folgenden modernen Marsch "The High School Cadets" von John Philip Sousa. Mit dem Schlager "Tanze Samba mit mir" schaffte es Tony Holiday 1977 in die deutschen Charts. Noch heute erfreut sich dieser Titel großer Beliebtheit, was man auch dem Seesener Publikum anmerkte.
Stimmungsvoll wurde es im Saal, als das Orchester mit "Nessaja", bekannt auch unter der Refrain-Zeile "Ich wollte nie erwachsen sein", einen Song von Peter Maffay aus dem Konzertalbum "Tabaluga" anstimmte. Bei gedämmtem Licht hatten Raphaela Meier als Tabaluga und Maxim Schneider als Lilli bunte Knicklichter an die Gäste verteilt, die dann während des Stückes geschwenkt wurden und so für eine tolle Stimmung sorgten. Mit dem Potpourri "Helene Fischer Live" verbreitete das Orchester noch einmal gute Laune pur, denn bei den Hits wie "Das ist unser Tag", "Wunder dich nicht" und natürlich "Atemlos durch die Nacht" wurde kräftig mitgesungen.
Mit "Washington Post" von John Philip Sousa, einem schwungvollen amerikanischen Marsch, setzte das Volkstümliche Blasorchester des MTV Bornhausen schließlich einen Schlussstrich unter sein Neujahrskonzert. Da hielt es anschließend fast niemanden mehr auf seinem Stuhl. Mit anhaltendem Beifall und Standing Ovations holte sich das Publikum seine Zugaben. Diese gab es zuerst mit dem "Radetzky Marsch" und um dann schmissig mit "Alte Kameraden", einem der populärsten und meistgespielten deutschen Militärmärsche, die Grundfesten des "Wilhelmsbad" noch einmal zu erschüttern. Der Leiter des Orchesters, Wolfgang Sauthoff, hielt für Ulrich Finster und Otto Brodthage einen Blumenstrauß bereit und bedankte sich beim Publikum für die tolle Stimmung und den Applaus. Für das kommende Jahr kündigte er schon jetzt eine Neuauflage des Konzertes an. - Mit "Guten Abend, gute Nacht", dem Wiegenlied von Johannes Brahms, schickte das Orchester sein Publikum dann auf den Heimweg.

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